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Rente wegen voller Erwerbsminderung abgelehnt

Ich habe vor kurzem erfolgreich eine Mandantin gegenüber der Deutschen Rentenversicherung vertreten. Ihr Antrag auf Bewilligung einer Rente wegen voller Erwerbsminderung wurde abgelehnt, so dass sie zu mir kam.

Ich konnte durch meine Tätigkeit im Widerspruchsverfahren erreichen, dass ihr nachträglich Rente wegen voller Erwerbsminderung zuerkannt worden ist und sie eine erhebliche Nachzahlung von über 60.000 EUR erhält bzw. erhalten wird. Dies war allerdings ein hartes Stück Arbeit.

Widerspruchsverfahren

Das Widerspruchsverfahren war sehr aufwendig, da erst nach Einholung von mehreren ärztlichen Gutachten und ergänzenden Berichten erfolgreich der Nachweis geführt werden konnte, dass meine Mandantin nicht mehr in der Lage ist, ihren bisherigen und auch andere Berufe ausüben zu können.

Unzureichende und falsche Gutachten

Die zunächst während des Antragsverfahrens vor der Deutschen Rentenversicherung eingeholten ärztlichen Gutachten waren zum Teil derart falsch, dass nicht nur meiner Mandantin „die Haare zu Berge standen“. So ist meiner Mandantin z. B. ein sorgfältiges Schminken attestiert worden, welches gleichzeitig als Beweis dafür herangezogen worden ist, dass sie arbeitsfähig sei. Darüber hinaus wurden Textbausteine verwendet, wonach bei meiner Mandantin gerötete Nasenflügel festgestellt worden seien, obgleich dies bei ihr nicht der Fall war. Gerötete Nasenflügel werden häufig bei Frauen, die unter Bulimie leiden, festgestellt. Meine Mandantin ist offensichtlich verwechselt worden. Gemerkt hat es zunächst keiner.

Begutachtung über die Deutsche Rentenversicherung

Die Untersuchung meiner Mandantin durch die von der Deutschen Rentenversicherung im Widerspruchsverfahren beauftragte Gutachterin war unwürdig. Meine Mandantin fühlte sich wie in einem Verhör. Im Gutachten stand später geschrieben, dass meine Mandantin unkonzentriert und aggressiv sei. Das hat nicht nur ihr „die Sprache verschlagen". Vor dem Hintergrund der zum Teil auch nur sehr geringen Vergütung von Gutachtern, die für die Deutsche Rentenversicherung tätig sind, kann man sich häufig nicht des Eindrucks erwehren, dass Gutachten zum Teil nur sehr oberflächlich und mit mangelnder Objektivität erstellt werden.

Keine Berücksichtigung von eigenen eingereichten Gutachten und ärztlichen Stellungnahmen

Andere von der Mandantin selbst im Antragsverfahren eingereichte ärztliche Stellungnahmen und Kurzgutachten wurden von der Deutschen Rentenversicherung gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Geradezu grotesk ist die Feststellung einer Gutachterin gewesen, die es als negativ ausgelegt hatte, dass meine Mandantin mit einer Psychotherapie noch nicht begonnen habe. Hätte meine Mandantin schneller einen Termin bzw. einen Therapieplatz erhalten, hätte sie viel früher mit der Therapie beginnen können. 

Ende gut alles gut.

Nach über 1,5 Jahren ist es für meine Mandantin jedoch im Ergebnis sehr gut gelaufen. Ein Verfahren vor dem Sozialgericht, welches noch einmal voraussichtlich 3 bis 5 Jahre gedauert hätte, konnte dadurch vermieden werden.

 

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