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Elternzeit vorbei - was nun? / Veröffentlichung aus der Juli/August 2012 Ausgabe der Zeitschrift "Hannover Kids"

Elternzeit vorbei - was nun? / Veröffentlichung aus der Juli/August 2012 Ausgabe der Zeitschrift

Elternzeit vorbei - was nun?

Frauen, die in einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis stehen und schwanger werden, müssten nach der Beendigung der Elternzeit auch wieder ganztags arbeiten. Dies ist jedoch nur in den wenigsten Fällen möglich. Nicht selten wird durch die Geburt des 2. Kindes die Elternzeit „verlängert“. Das „Problem“ mit der Vollzeitstelle bleibt.
Wenn der Betrieb, in dem die Mutter arbeitet, mehr als 15 Arbeitnehmer hat, kann ein Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit nach § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz bestehen. Dieser Anspruch muss rechtzeitig schriftlich geltend gemacht werden.


Das Bundesarbeitsgericht hat 2005 entschieden, dass eine Mutter, die während der Elternzeit in Teilzeit tätig ist, nach Beendigung der Elternzeit grundsätzlich nicht wieder Vollzeit arbeiten muss, wenn sie das nicht möchte. Die Erfahrung zeigt, dass frühzeitige Gespräche mit dem Arbeitgeber nach Anzeige der Schwangerschaft förderlich sind, wenn eine Rückkehr in den Beruf ein oder zwei Jahre nach der Geburt in Teilzeit angestrebt wird.

Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, wenn das 1. Lebensjahr des Kindes vollendet ist. Es gibt jedoch nicht genügend Betreuungsplätze. Daher muss ein Krippenplatz notfalls eingeklagt werden, damit eine Wiederaufnahme der Arbeit in Teilzeit möglich ist, wenn eine andere Betreuung nicht möglich ist.

Sofern das Arbeitsverhältnis vor der Schwangerschaft bereits längere Zeit bestand und die Mutter sich beruflich neu orientieren möchte, besteht die Möglichkeit, einen Aufhebungsvertrag zu schließen. Dieser könnte sogar eine Abfindungszahlung beinhalten. Vorsicht ist jedoch bei solchen einvernehmlichen Beendigungen geboten. Es besteht die Gefahr, dass bei Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld eine Sperre droht. Dann würde die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I um ¼ sinken und die ersten 3 Monate nach Antragstellung gar nichts gezahlt werden. Eine verlockende Abfindung kann daher zu einem gefährlichen Bumerang werden.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Hannover


 

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